Agenda für Deutschland

Kapitel 01

Arbeit und Soziales

base_greyStand 2018

Ab so­fort müs­sen sich die ta­rif­li­chen Ent­gel­ter­hö­hun­gen am ge­samt-wirt­schaft­li­chen Pro­duk­ti­vi­täts­fort­schritt ori­en­tie­ren und zu­dem die Lohn­ent­wick­lung im Aus­land im Blick ha­ben. → 2021 sind die Wei­chen der so­zia­len Si­che­rungs­sys­te­me so ge­stellt, dass die­se nach­hal­tig und lang­fris­tig fi­nan­zier­bar sind. Der Ge­samt­bei­trags­satz zur So­zi­al­ver­si­che­rung liegt in den Jah­ren bis → 2030 (und dar­über hin­aus) durch­ge­hend un­ter 40 Pro­zent. → 2021 ha­ben wir ei­nen Rechts­rah­men für Ar­beit, der die nö­ti­ge Fle­xi­bi­li­tät für Ar­beit­ge­ber und Ar­beit­neh­mer si­cher­stellt.

Um Ar­beit und Wert­schöp­fung auf Dau­er am Stand­ort zu si­chern, müs­sen wir die Ar­beits­kos­ten im Griff be­hal­ten und Ar­beit fle­xi­bel ge­stal­ten.

Deutsch­land und Bay­ern sind Hoch­lohn­stand­or­te. Be­son­ders für die In­dus­trie, die im glo­ba­len Wett­be­werb steht, ist dies ei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung. Im Jahr 2016 la­gen die Ar­beits­kos­ten in der west­deut­schen In­dus­trie bei 42 Eu­ro pro Stun­de, das wa­ren die sechst­höchs­ten welt­weit. Die Per­so­nal­kos­ten sind aus­schlag­ge­bend da­für, wo Wert­schöp­fung und Be­schäf­ti­gung statt­fin­den.

Es gilt, die um­la­ge­fi­nan­zier­ten so­zia­len Si­che­rungs­sys­te­me trotz de­mo­gra­fi­scher Ent­wick­lung leis­tungs­fä­hig und be­zahl­bar zu hal­ten – auch um ei­nen An­stieg der Bei­trags­sät­ze und da­mit der Lohn­zu­satz­kos­ten zu ver­hin­dern. Die not­wen­di­gen Wei­chen­stel­lun­gen müs­sen zeit­nah er­fol­gen, denn ab 2020 wird die Be­völ­ke­rung im er­werbs­fä­hi­gen Al­ter stark zu­rück­ge­hen.

Die Ar­beits­welt wird im­mer stär­ker durch die Di­gi­ta­li­sie­rung ge­prägt. Um die Chan­cen die­ser Ent­wick­lung zu nut­zen, brau­chen wir ein ho­hes Maß an Fle­xi­bi­li­tät beim Ar­beits­ein­satz. Das liegt im In­ter­es­se von Ar­beit­ge­bern und Ar­beit­neh­mern glei­cher­ma­ßen. Ein mo­der­ner Rechts­rah­men muss ge­setz­li­che Spiel­räu­me schaf­fen. Vor al­lem be­nö­ti­gen wir ei­ne fle­xi­ble­re Ver­tei­lung der Ar­beits­zeit – weg von ei­ner täg­li­chen hin zu ei­ner wö­chent­li­chen Be­trach­tung. Fle­xi­ble Per­so­nal­in­stru­men­te, wie be­fris­te­te Be­schäf­ti­gung oder Zeit­ar­beit, schaf­fen für die Un­ter­neh­men den „Raum zum At­men“, den sie brau­chen, und er­leich­tern Ar­beit­neh­mern den Ein­stieg in den Ar­beits­markt. Sie dür­fen nicht als „aty­pisch“ oder als „pre­kär“ dif­fa­miert und wei­ter re­gu­liert wer­den.

Im Einzelnen fordern wir:

In der So­zi­al­ver­si­che­rung muss das Äqui­va­lenz­prin­zip gel­ten: Ver­si­che­rungs­frem­de Leis­tun­gen dür­fen nicht über Bei­trä­ge fi­nan­ziert wer­den.

Die Al­ters­vor­sor­ge ba­siert auf den drei Säu­len ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung, pri­va­te Al­ters­vor­sor­ge und be­trieb­li­che Al­ters­vor­sor­ge. Die­ses Sys­tem muss ins­ge­samt ge­stärkt wer­den, ein al­lei­ni­ger Fo­kus auf die ge­setz­li­che Ren­ten­ver­si­che­rung ist nicht ziel­füh­rend.

Die Fi­nan­zie­rung der GKV und der Ge­setz­li­chen Pfle­ge­ver­si­che­rung muss zu­kunfts­fest aus­ge­stal­tet wer­den. Da­zu ist die ein­sei­ti­ge Fi­xie­rung auf den Lohn auf­zu­ge­ben.

Die Fi­nan­zie­rung in der Ge­setz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung (GKV) muss in ein selbst­re­gu­lie­ren­des Sys­tem über­führt wer­den, das heißt, es ist wie­der ei­ne Bei­trags­au­to­no­mie der Kas­sen zu­zu­las­sen und plan­wirt­schaft­li­che Ele­men­te sind ab­zu­schaf­fen. Der Re­gio­na­le Ge­sund­heits-Kom­bi lie­fert da­zu ein durch­dach­tes Mo­dell.

Der Miss­brauch der So­zi­al­ver­si­che­rung als Um­ver­tei­lungs­in­stru­ment muss be­en­det wer­den. Da­zu ge­hört auch, die Zu­wei­sun­gen aus dem Ge­sund­heits­fonds ziel­ge­nau­er zu ge­stal­ten.

Der Fo­kus der Bun­des­agen­tur für Ar­beit muss auch in Zu­kunft in der Ver­mitt­lung lie­gen. Die Wei­ter­qua­li­fi­zie­rung muss vor­ran­gig Auf­ga­be von Ar­beit­ge­bern und Ar­beit­neh­mern blei­ben.

Bei der Be­kämp­fung der Lang­zeit­ar­beits­lo­sig­keit ist das Ziel die In­te­gra­ti­on in den ers­ten Ar­beits­markt. Öf­fent­lich ge­för­der­te Be­schäf­ti­gung ist der fal­sche Weg.

Wir brau­chen mehr Fle­xi­bi­li­tät bei der Ar­beits­zeit: Die täg­li­che Höchst­ar­beits­zeit muss durch ei­ne wö­chent­li­che Höchst­ar­beits­zeit von durch­schnitt­lich ma­xi­mal 48 Stun­den ab­ge­löst wer­den.

Po­ten­zia­le sind enorm, wenn man den Di­gi­ta­li­sie­rungs­grad un­se­rer Un­ter­neh­men und der öf­fent­li­chen Ver­wal­tun­gen zu­grun­de legt.

Wir brau­chen ei­ne täg­li­che Min­destru­he­zeit, die be­trieb­lich ent­spre­chend der je­wei­li­gen Auf­ga­ben und Tä­tig­kei­ten fest­ge­legt wird.

Zeit­ar­beit und be­fris­te­te Be­schäf­ti­gung dür­fen nicht wei­ter re­gu­liert wer­den. Be­reits ge­sche­he­ne Über­re­gu­lie­rung muss ab­ge­baut wer­den.

Publikationen

Position

Per­spek­ti­ven des baye­ri­schen Ar­beits­markts

Position

Kern­for­de­run­gen an zu­kunfts­fes­te So­zi­al­ver­si­che­rungs­sys­te­me

Position

Deutsch­land im in­ter­na­tio­na­len Ar­beits­kos­ten­wett­be­werb

Studie

Kom­pass Ge­sund­heits­po­li­tik

Position

Der Mensch in der di­gi­ta­len Ar­beits­welt

Position

So­lo­selb­stän­di­ge stär­ken

Position

Al­ters­vor­sor­ge - für ei­ne ver­läss­li­che und be­zahl­ba­re Ren­ten­po­li­tik

Position

Leit­li­ni­en für ein Ge­sund­heits­sys­tem mit Zu­kunft

Position

My­then und Fak­ten zur Zeit­ar­beit

Position

Be­fris­tung von Ar­beits­ver­hält­nis­sen

Position

Ar­beits­zeit – Hand­lungs­fä­hig­keit der Un­ter­neh­men stär­ken

01
Arbeit und Soziales
02
Digitale Trans­formation
03
Energie­system
04
Mobilität
05
Bildung
06
Fachkräfte­sicherung
07
Tech­nologie und Wachstums­standort
08
Steuern und Finanzen
09
Europa und Inter­nationaler Handel
10
Sicherheit